Material Perspektive
Grundriss EG
Perspektive 1
Grundrisse Nutzungen
Schwarzplan
Piktos

Hotelerweiterung Kloster Eberbach

Erweiterungsbau innerhalb der historischen Klosteranlage in Eltville am Rhein

Der Neubau, welcher das bestehende Gästehaus als Riegel ergänzt, rückt von allen vier gegebenen Grenzen ab. Er positioniert sich eigenständig zwischen Hang und Bestandsmauer und nimmt deren Flucht auf. Durch die Angleichung des Erdgeschossniveaus an den Bestand, tritt der Neubau hinter der inneren Klostermauer nur mit zwei Vollgeschossen in Erscheinung. Das begrünte Flachdach wird durch ein Querhaus unterbrochen, welches die notwendige Maßstäblichkeit des Riegels herstellt und den Einblick auf technische Dachaufbauten verwehrt. 

Durch das Zurücksetzen des Volumens von der Mauer entstehen sowohl im Bereich des Riegels, als auch der Verbindung von Alt und Neu, zwei innenliegenden Gärten. Diese dienen zum einen zur Belichtung und Begrünung, bilden aber auch geschützte Vorzonen für den Haupteingang sowie Tagung, Hotelzimmer und Wellnessbereich. 

 

Der Erweiterungsbau fügt sich durch seine schlichte, klare Formsprache in den Genius Loci der Gesamtanlage ein. Er nimmt sich zurück ohne dabei an Eigenständigkeit zu verlieren. Die Erdgeschosslage hinter der historischen Mauer und der entsprechende Abstand ermöglich eine großzügige Belichtung, ohne von außen sichtbare untypische Verglasungen.

Der dreigeschossige Riegel wird durch zwei Loggien, eine zum Hang und eine zum Zugangshof des Hotels, aufgebrochen. Die Platz-Loggia schafft Orientierung und Verbindung von Alt und Neu sowie Innen und Außen. Die Loggia im Querhaus weitet die innenliegende Erschließung auf und bildet einen introvertierteren Platz der Ruhe. 

 

Der historische Mauerverlauf mit seiner markanten Ecke bleibt bewusst unangetastet, um nicht den Eindruck einer historischen Nachbildung zu erwecken. Ausschließlich im Bereich des neuen Hoteleingangs rückt der Neubau an die Mauer heran und bildet hier einen prägnanten Kopfbau aus. 

Die Verbindung zwischen Alt- und Neubau beschränkt sich auf ein Minimum und lässt die ehemals freie Giebelwand des Bestandes weiterhin eigenständig wirken. Der Übergang zum Altbau bleibt vom Zugangsplatz nahezu unsichtbar. 

Sowohl der Gebäudebestand als auch die Topografie werden äußerst schonend verändert. An den Fassaden oder dem Dach des bestehenden Gästehauses sind keine Eingriffe vorgesehen, lediglich die innere Aufteilung des Erdgeschosses wird verändert. Die Fassade des ehemaligen Schulgebäudes bleibt im Bereich der Mauer erhalten und wird zum Teil der Gesamtansicht. 

 

Planung: 2021

Leistungsphasen: Realisierungswettbewerb

Auftraggeber: Stiftung Kloster Eberbach